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Therapieberichte

Korbinian bei den Delphinen in Kemer/Türkei

Wir waren dieses Jahr Ende September (2008 Anm. d. WM) mit unserem fast 4-jährigen Sohn das 1.Mal bei einer Delphintherapie.

Korbinian wurde 4 Wochen zu früh geboren und hatte vor der Geburt einen extremen Sauerstoffmangel, da sich der mütterlich-kindliche Blutkreislauf umgedreht hatte. 2 Tage und Nächte kämpften er bzw. die Ärzte ums Überleben. Dann stabilisierte er sich, aber es war auch klar: Korbinian hatte durch den Sauerstoffmangel massive Gehirnblutungen mit Gehirnsubstanzverlust erlitten und würde wohl behindert sein.
Von Anfang an machten wir mit ihm Krankengymnastik nach Vojta und nach Bobath, Sehfrühförderung, Logopädie und später auch Musik- und Ergotherapie.
Korbinian kann nicht frei sitzen, krabbeln, stehen oder laufen. Aber er möchte gerne hoch kommen und die Welt erobern. Er ist trotz seiner Defizite, die er mehr und mehr erkennt, ein sehr fröhliches Kind. Sein herzhaftes Lachen ist einfach ansteckend. Da er das Wasser liebt und auch vor Tieren keine Angst hat, beschlossen wir, es doch mal mit einer Delphintherapie zu versuchen. Wir versprachen uns vor allem auch eine Steigerung seiner Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit und vielleicht auch eine Anbahnung der Sprache.

Wir entschieden uns für eine Therapie in Kemer in der Türkei, da erstens die Flugzeit dorthin nicht so lange ist (knapp 3 Stunden) und vor allem weil es nicht ganz so „teuer“ ist wie Florida oder Curacao. Billig ist es aber auch nicht, so sparten wir fleißig und sammelten ein paar Spenden von Freunden und Verwandten.
Ende September war es dann soweit, wir waren sehr gespannt.
Korbinian wurde sehr liebevoll von dem Team in Kemer empfangen und war an seinem 1. Delphintag gleichermaßen neugierig, fasziniert und doch auch ein wenig distanziert. Die nächsten Tage fasste er immer mehr Vertrauen und beobachtete den Delphin genau. Er fing an, auf die Bewegungen des Delphins zu achten und traute sich dann auch, ihn zu streicheln und sich an ihm festzuhalten. Er hatte Spaß mit den Schwimmtherapeuten, die alle ausnahmslos sehr nett waren und immer auf Korbinians Stimmungen und Ängste eingingen. Überwiegend fand er es bei den Delphinen lustig, auch wenn ihm das Wasser (24 Grad) eigentlich zu kalt war – unser Sohn ist ein Warmbader!

Jeden Tag bekam er noch ½ Stunde Krankengymnastik oder eine Vibrationsbehandlung mit dem Galileogerät. Das ist eine Vibrationsplatte, die man zur Reduzierung der Spastik einsetzen kann, aber auch zum Muskel- und Knochenaufbau. Danach war Korbinian immer sehr entspannt und locker in den Gelenken.

Meistens gingen wir dann noch im Meer (das hatte wohlige 28 Grad) zum Baden zu dritt und das fand Korbi total klasse! Viermal waren wir noch bei der Hippotherapie, die vom Kids and dolfins Team angeboten wurde. Das hat ihm auch sehr viel Spaß gemacht. Er juchzte jedes Mal schon, wenn er das Pferd sah.

Er war in diesen 2 Wochen so voller Energie, wie nie zuvor.

Wir haben uns alle 3 sehr gut erholt und auch neue Kraft für die nächste Zeit getankt.
Jetzt sind etwa 6 Wochen vergangen und Korbinian brabbelt seitdem sehr viel und ist nach unserem Eindruck sehr viel aufmerksamer geworden und spielt konzentrierter.
Das haben auch die Therapeuten im Kindergarten bestätigt.
Gerne würden wir wieder zu einer Delphintherapie fahren, vielleicht in 2 Jahren, wenn wir wieder genügend Geld zusammen haben.

Für die, die uns mit Spenden und ihrem Glauben an Korbi und seine Fortschritte unterstützt haben, sei herzlicher Dank gesagt!!!!!!

Uschi, Alfons und Korbinian

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